Mein Name ist Claudia Alves de Almeida.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, und habe in meiner Kindheit viel Zeit beim Nachbarn im Stall verbracht. Er hatte Kühe, Hühner, Schweine, Schafe und Ziegen. Letztere haben es mir schon damals angetan, weil sie dem Menschen sehr zugewandt, neugierig und mutig sind. Meine Schwester und ich sind mit den jungen Gitzi spazieren gegangen oder im wilden Galopp um den Stall gerannt – natürlich ohne Strick, sie sind freiwillig mitgekommen!
Später war ich Ziegenhirtin im Bündnerischen Dorf Hinterrhein. Wenn es diesen Job als Ganzjahresanstellung geben würde, wäre ich wohl dabei geblieben;-). So habe ich mich eben für die Bäuerinnenschule und anschliessend für eine Ausbildung zur Biolandwirtin entschieden.

Die ersten eigenen Ziegen fanden im Jahr 2005 zu mir. 2007 wurde mein erster Packbock geboren, er wurde jedoch bei einem Zweikampf unter den Ziegen am Bein verletzt, so dass er nicht mehr gehen konnte. Damit scheiterte mein erster Projektversuch.

Da ich in der Zwischenzeit selber Mutter geworden war, schaltete ich eine „Geissenpause“ ein. Erst seit dem Sommer und Herbst 2012 sind wieder vier dieser schönen und charakterstarken Tiere bei mir zu Hause: Orpheus, Marte, Ekkeröy und Ikarus. Mit ihnen zusammen durchwandere ich nun das Berner Oberland. Zu Ausbildungszwecken nahm ich an geführten Wanderungen teil, besuchte einen Samariterkurs und schloss im Herbst 2013 als „Berner Wanderleiterin“ ab.

Nun habe ich noch anderweitig mit Ziegen zu tun: Seit dem Sommer 2014 bewirtschaften Angela und ich eine Ziegenalp mit etwa 130 Ziegen!


mein name ist angela.

claudia, die geissenflüsterin, hat mich gebeten ein paar zeilen über mich zu schreiben.
also... nach dem abitur ging es mir wie so vielen jungen menschen. einerseits die sehnsucht nach wilden abenteuern, andererseits der druck eine ausbildung absolvieren zu sollen. ich schrieb mich für ein studium der geschichte und philosophie ein, nach einem jahr wechselte ich zu forstwissenschaft angetrieben durch meine grosse liebe zur natur. nach dem vordiplom siegte dann die abenteuerlust. nur ein jahr lang wollte ich die welt kennenlernen.
daraus wurden sieben. ich arbeitete in einer tauchschule in thailand, lebte in einem kloster in indien, kämpfte mit einem nashorn in nepal, machte camping im iran, arbeitete als kurierfahrerin, forstwirtin, putzfrau, als yogalehrerin, kellnerin, kfz- mechanikerin, uvam.

im jahre 2002 verschlug es mich in die schweiz als zusennin auf eine milchviehalp. die landwirtschaft zog mich in ihren bann. noch im selben jahr begann ich in deutschland in der oberpfalz eine lehre zur schäferin. ich lernte zäune stecken, hütehunde ausbilden, lämmer zur welt bringen, traktor fahren, mit einer hungrigen schafherde an einem weizenfeld vorbeizulaufen, verantwortung zu übernehmen. bis vor kurzem arbeitete ich in diesem beruf in süddeutschland, bis es mich wieder in die schweiz verschlug. diesmal zu den geissen.

mein erster sommer mit ziegen brachte mich an meine grenzen. ich schrie und tobte, lachte und weinte. und schliesslich geschah es: ich verfiel diesen aberwitzigen, eigenwilligen, starrköpfigen kletterkünstlern. jetzt habe ich ein neues hobby - ziegentrekking! und habe es mir zur aufgabe gemacht claudias projekte nach allen kräften zu unterstützen, weil ich es toll finde neue wege zu beschreiten.